Bestrah­lung gutartiger
Erkrankungen

Gut­ar­ti­ge Erkran­kun­gen, die bestrahlt wer­den kön­nen, sind ortho­pä­di­sche Pro­ble­me an Gelen­ken und Seh­nen, die mit chro­ni­schen Schmer­zen und oft mit Weich­teil­schwel­lun­gen ein­her­ge­hen. Es han­delt sich um alters­be­ding­te, entzündliche/rheumatische oder ver­let­zungs­be­ding­te Veränderungen.

Häu­fig fin­den sich fol­gen­de Diagnosen

Schmerz­haf­te Arthro­sen, Gelenks- und Schleimbeutelentzündungen

  • Arthro­se und Ver­kal­kun­gen an Schul­tern (Impinge­ment­syn­drom), aber auch an ande­ren Gelenken
  • Rota­to­ren­man­schet­ten­rup­tur der Seh­ne klei­ne­rer Mus­keln im Schulterbereich
  • Beschwer­den des Ellen­bo­gens wie z.B. der Tennisellenbogen
  • Arthro­se und Schä­den an Hüf­te, Knie und Sprunggelenk
  • Chro­ni­sche Schmer­zen nach Gelenk­pro­the­sen­im­plan­ta­ti­on an Hüf­te und Knie
  • Schä­den und Reiz­zu­stän­de der Achil­les­seh­ne, oft auch am Seh­nen­an­satz zum Sprung­ge­lenk (Ten­di­no­sen)
  • Dorn­för­mi­ge Ver­kal­kung des Seh­nen­an­sat­zes der Achil­les­seh­ne (dor­sa­ler Fer­sen­sporn) oder des Seh­nen­an­sat­zes der Seh­nen­plat­te der Fuß­soh­le (plan­t­arer Fer­sen­sporn – Fascii­tis plantaris).

  • Arthro­se der Fin­ge­rend- oder Fin­ger­mit­tel­ge­len­ke mit Schmerz, Weich­teil­schwel­lung und Funk­ti­ons­ein­schrän­kung (Heber­den- und Bouchard-Arthrosen).

  • Rheu­ma­ti­sche Gelenks­ver­än­de­run­gen an Fin­ger- und Fußgrundgelenken
  • Schleim­beu­tel­ent­zün­dung am hüft­na­hen Ober­schen­kel (Bur­si­tis trochanterica)

Hyper­pro­li­fe­ra­ti­ve Pro­zes­se — Gut­ar­ti­ge Erkran­kun­gen mit über­schie­ßen­dem Wachstum

  • Mor­bus Dupuytren – Bin­de­ge­webs­kon­trak­tur der Handinnenfläche
  • Mor­bus Led­der­ho­se — Bin­de­ge­webs­kon­trak­tur der Fußsohle
  • Keloide – über­schie­ßen­de Narben
  • Gor­ham-Stout-Syn­drom – Kno­chen­auf­lö­sung durch über­schie­ßen­des Lymphgewebe
  • Indu­ra­tio penis plasti­ca – Penis­ver­krüm­mung durch Bindegewebsvermehrung

Sons­ti­ge gut­ar­ti­ge Erkrankungen

  • Endo­kri­ne Orbi­topa­thie – ent­zünd­li­che Ver­di­ckung der Augen­mus­keln bei M. Base­dow der Schilddrüse
  • Lymph­fis­teln – post­ope­ra­tiv erwor­ben oder durch mali­gne Erkran­kung verursacht
  • Sym­pto­ma­ti­sche Wir­bel­kör­per­hä­ma­n­gio­me – gut­ar­ti­ge Gefäßtumore
  • Pig­men­tier­te vil­lo­no­du­lä­re Syn­ovi­tis – über­schie­ßen­des Wachs­tum der Syn­ovi­al­mem­bran an Gelen­ken und Sehnen
  • Des­mo­ide /aggressive Fibroma­to­se – gut­ar­ti­ge Weichteil-Tumore
  • Gynä­ko­mas­tie-Pro­phy­la­xe – Ver­hin­de­rung des Brust­drü­sen Wachs­tums beim Mann bei Hor­mon­the­ra­pie eines Prostatakarzinoms
  • Ver­hin­de­rung der hete­ro­to­pen Ossi­fi­ka­ti­on – Mus­kel­ver­kal­kung bei Hüftgelenksersatz

Bestrah­lungs­in­for­ma­ti­on

Wenn belas­ten­de Beschwer­den seit lan­gem (über Mona­te) bestehen und sich mit ande­ren Behand­lun­gen nicht aus­rei­chend the­ra­pie­ren las­sen, besteht die Indi­ka­ti­on zur Schmerzbestrahlung.

Die Bestrah­lung erfolgt mit ioni­sie­ren­den Strah­len ähn­lich den Rönt­gen­strah­len. Eine Schwan­ger­schaft soll­te daher aus­ge­schlos­sen sein. Bei Pati­en­ten unter 40 Jah­ren soll­te die Behand­lung nur bei erheb­li­chem Lei­dens­druck und deut­li­cher Ein­schrän­kung der Lebens­qua­li­tät erfol­gen. Kin­der und Jugend­li­che wür­de man nicht bestrahlen.

Die Bestrah­lun­gen sind schmerz­frei und dau­ern knapp 1 Minu­te. Eine Bestrah­lungs­se­rie besteht aus 6 Sit­zun­gen inner­halb von 2–3 Wochen.

Was bewirkt die Bestrahlung?

Bei Arthro­sen, bei der Über­las­tung von Seh­nen oder Gelen­ken und bei einem Fer­sen­sporn kommt es oft im Rah­men einer Immun­re­ak­ti­on zu einer Ent­zün­dung. Die­se ist für die Schmer­zen ver­ant­wort­lich. Die ener­gie­rei­che Strah­lung greift in die­se Immun­re­ak­ti­on ein und wirkt somit ent­zün­dungs­hem­mend und lin­dert die Schmer­zen. Die Wir­kung setzt meist erst mit einer Ver­zö­ge­rung von eini­gen Wochen ein.

Neben­wir­kun­gen:

Neben­wir­kun­gen im eigent­li­chen Sin­ne gibt es bei der Bestrah­lung gut­ar­ti­ger Erkran­kun­gen nicht.

Ähn­lich wie bei jeder Rönt­gen­un­ter­su­chung besteht auch bei der Bestrah­lung mit Pho­to­nen oder Elek­tro­nen ein sehr gerin­ges Risi­ko der Tumor­ent­ste­hung. Des­halb soll­te bei jun­gen Pati­en­ten die Indi­ka­ti­on sicher­heits­hal­ber zurück­hal­tend gestellt werden.

Behand­lungs­er­geb­nis

Das Anspre­chen der Behand­lung ist meis­tens erst nach Abschluss der Bestrah­lung (inner­halb von 4–8 Wochen) zu erwar­ten. Meis­tens kommt es zu einer guten lang anhal­ten­den Schmerz­lin­de­rung häu­fig auch zur Schmerzfreiheit.

Ist kei­ne Bes­se­rung oder nur eine Teil­bes­se­rung ein­ge­tre­ten, soll­te eine 2. Bestrah­lungs­se­rie erfol­gen, wel­che iden­tisch zur ers­ten abläuft. Die­se soll­te frü­hes­tens 2 Mona­te nach Abschluss der ers­ten Serie erfolgen.